Gemüse ist nicht gleich Gemüse

Gemüse ist gesund, das weiß jeder. Wichtig ist aber immer, dass die Nährwerte stimmen. Klassische Gemüse-Muffel, zu denen nach der Nationalen Verzehr-Studie fast 90% der deutschen Bevölkerung gehören, kommen dabei nicht mal auf die empfohlene Menge von 400 g Gemüse am Tag. Da bleibt es nur abzuwarten, dass der Nährstoffmangel sich irgendwann bemerkbar macht. Dabei muss man davon nicht gleich offensichtlich krank werden. Oft sind es genau die Dinge, für die man keine Ursache findet: man fühlt sich schlapp oder irgendwie unwohl, man ist ständig müde, man nimmt einfach nicht ab, obwohl man eigentlich nichts isst – Der Körper meldet sich immer, wenn ein Rädchen nicht optimal funktioniert.

Natürlich befinden sich Nährstoffe nicht ausschließlich in Gemüse, aber dieser Artikel handelt nun mal von Gemüse. Also was gibt es dazu zu sagen:

Lasst mich zuerst erklären, weshalb nicht jedes Gemüse für eine gesunde Ernährung des gleichen Wert hat:
In unserer sauber kommerzialisierten Gesellschaft erhält man das Lieblingsgemüse oder das, dass man gerade so ertragen kann auf Wunsch das ganze Jahr im Supermarkt. 3,17 Millionen Tonnen Gemüse wurden 2017 nach Deutschland importiert. Denn damit die Ware aber schön prall und glänzend im Regal landet, wird das Gemüse in verschiedensten Teilen unseres schönen Planeten Erde weit vor seiner Reife geerntet, mehrere Tausend Kilometer transportiert und landet dann erst in den Einkaufswägen. Allen Sorten voran: Tomaten, Gurken und Paprika.
Tatsächlich, werden einige der Nährstoffe erst mit der Reife ausgebildet. Dazu müsste das Gemüse allerdings noch an seinem Strauch hängen, und nicht in einem LKW über Europas Autobahnen flitzen.

Deshalb lohnt es sich – auch wenn es mal nicht nach dem eigenen Geschmack geht – regionales Gemüse nach Saison zu konsumieren. Denn dieses Gemüse wird zu einem deutlich fortgeschritteneren Reifeprozess geerntet und enthält so wichtige Nährstoffe.

Bei eurem Einkauf hilft euch also hoffentlich in Zukunft mein kostenloser Saisonkalender:

Kileba Saisonkalender

Quellen:

AMI (2018). Gemüseeinfuhren steuern auf Vorjahresniveau zu. Online.

Zeitschrift für Komplementärmedizin (2018). Mit Vollwert-Ernährung die Lebensqualität steigern. 10(02): 16-20